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Monumentales Klangerlebnis im Bürgerzentrum

Madrigalchor und Sängerkranz Bietigheim präsentieren anspruchsvolles Programm

Von Harald Schmidt


Einen Ohrenschmaus boten das Chorprojekt Madrigalchor Vollmer/Sängerkranz Bietigheim, das Orchester Camerata Juvenalis und etliche Solisten.   

Ein anspruchsvolles Programm erwartete die Besucher des Konzerts des Madrigalchors Vollmer am Samstagabend im Bürgerzentrum Brackenheim. In einem gemeinsamen Projekt mit dem Sängerkranz Bietigheim hatten die Akteure drei der ganz großen Werke von Beethoven, Gounod und Saint-Saëns vorbereitet.

Tränen in den Augen „Zunächst war man geblendet, dann berauscht und schließlich überwältigt“, hatte der Komponist Saint Saëns einst über die „Messe solenelle en I‘honneur de Sainte-Cècile (Cäcilienmesse)“ von Charles Gounod geurteilt. Nicht anders ging es den Zuhörern, die von der Interpretation der wechselnden Melodien und der Harmonie zwischen Chor, Orchester Camerata Juvenalis sowie den Solisten Roger Gehrig, Marc Hagmeier und Susanne Vogelmann beeindruckt waren. Das „Gloria in excelsis“ der Sopranistin Vogelmann löste bei manchem Gänsehaut aus. „Ich hatte regelrecht Tränen in den Augen“, sagte Judith Görres aus Illingen. „Ich liebe Klassik und höre sie auch im Alltag. Der Chor singt mit Leib und Seele, ich bin richtig betroffen“, so die 64-Jährige. Tosender Beifall belohnte die Musiker unter Leitung von Carl Burger.

„Alleine hätten wir das nicht hinbekommen, dafür sind wir zu wenige“, so der Leiter des Madrigalchores. „Mein Kollege Tobias Merkle aus Bietigheim war sofort begeistert, als ich bei ihm anfragte. Beide Chöre haben seit dem Frühjahr getrennt geprobt, gemeinsam haben wir drei Mal gesungen“, berichtete Burger. Mit dem befreundeten Konzertpianisten Thomas Habermaier gewann Burger einen weiteren Solisten hinzu. „Mein Freund wollte sich schon immer einmal an das Klavierkonzert g-Moll von Camille Saint-Saëns wagen, so konnte ich ihn schnell für den heutigen Auftritt begeistern“, erzählte Burger. Begleitet vom Orchester unter seiner Leitung lieferte Habermaier eine bravouröse Leistung ab. Tosender Applaus des Publikums war der verdiente Lohn für die Darbietung dieses hochvirtuosen Stückes.

Auch Ilse Blase aus Bietigheim hatte bewundernd zugehört, ehe es für sie wieder auf die Bühne ging. „Bis jetzt hat es mir richtig Spaß gemacht. Die Cäcilienmesse war etwas speziell, aber es ist gut gelaufen“, so die 75-Jährige. Weiter ging es für sie und die 90 Mitsänger mit der Chorfantasie in c-Moll – die „Kleine Neunte“ von Ludwig van Beethoven. Die Fantasien für Klavier, Chor und Orchester waren wie geschaffen für die Protagonisten, die den Gästen einen wahren Ohrenschmaus boten.

Zu wenige Besucher Nicht ganz glücklich waren die Verantwortlichen mit der Besucherzahl in dem nur zur Hälfte gefüllten Saal. Chorsänger Theo Appel aus Lauffen hatte das nicht bemerkt. „Auf der Bühne darf man sich keine Ablenkung erlauben, da zählt Konzentration. Mit den vielen Sängern war das heute ein besonderes Erlebnis“, freute sich der 78-Jährige.